wolken.jpg


Wo sind die bezahlbaren Wohnungen?

Also grundsätzlich ist es wohl so, dass es zu wenig bezahlbare Kleinwohnungen für „ärmere“ Familien hat - ansonsten gäbe es ja keine Volksinitiativen, die dies ändern wollen. Aus eigener Erfahrung, weiss ich, dass es seit Jahren zu wenig bezahlbare Wohnungen für ärmere Einzelpersonen (im Bereich 1,5 bis 2 Zimmer mit Bruttomietzins von max. Fr. 1'000.-) hat.

Ich suche, bzw. schaue nun seit 2004 regelmässig im Kanton Zürich und manchmal auch ausserhalb nach einer neuen, bzw. einer anderen Wohnung – zur Zeit aus diversen Gründen. Ich habe mir schon so viele Wohnungen in dieser Zeitspanne angeschaut, dass ich gar nicht mehr genau sagen kann, wie viele es waren. Was ich aber in dieser Zeit bei der Suche erlebe und erlebt habe, ist für mich schlicht unverständlich. Es gibt in der Schweiz bestimmt verantwortliche Personen, die genau wissen, wie die finanziellen Mittel der Menschen aussehen, wie viele Menschen es in der Schweiz gibt und wie viele Menschen ungefähr eine Wohnung suchen - geschweige von denen die auch noch sonst zügeln wollen. Irgend jemand muss doch eine ungefähre Übersicht über diese Sache haben? Es scheint mir aber nicht so, da ich niemandem unterstellen will, dies werde mit Absicht so gemacht, was ich nun seit längerer Zeit erlebe.

Read MoreRead More
Inhaltsverzeichnis[Verbergen]

Eigene Erfahrungen mit der Wohnungssuche ab 2010:

Bei einer 1,5 Zimmerwohnung in der Stadt Zürich im Jahr 2010 zum Beispiel waren bestimmt über 50 Interessenten gleichzeitig dort und schauten sich diese Wohnung an, natürlich gab es auch gleich keine Formulare mehr für die Anmeldung. In so einem Fall muss das Anmeldeformular selbst vom Internet heruntergeladen und ausgedruckt werden – vorausgesetzt das Internet und das Formular auf der Verwaltungswebseite ist verfügbar. Ansonsten müsste man die Verwaltung anrufen, um so noch zu einem Anmeldeformular zu kommen und die Wohnung wäre in dieser Zeit wahrscheinlich schon vergeben. In einem anderen Beispiel von 2010 aus der Stadt Zürich bekam ich nicht einmal einen Besichtigungstermin und als Begründung dazu: “Es seien schon zu viele, die Wohnung anschauen gekommen”. Es ist aber nicht nur in der Stadt Zürich seit Jahren ein riesiger “Run” auf die bezahlbaren Kleinwohnungen im Gange, auch aus dem Zürcher Oberland habe ich nur ähnliches zu berichten. Dauernd bekam ich absagen und unzählige Interessenten “kämpfen” um dieselben Wohnungen. Es ist eigentlich sehr traurig so etwas - in der reichen Schweiz. Es spielte auch keine Rolle, ob ich hin schrieb, dass ich einen Job habe (als ich noch einen hatte), oder dass ich von Sozialhilfe lebe, oder IV-Rentner bin - was ich seit 2007 bin. Es scheinen mir auch Wohnungen unter der Hand weg zu gehen, und einige werden wohl gar nicht erst ausgeschrieben (ähnlich wie bei Jobs oder dann nur für einen Tag). Bestimmt gibt es auch Bestechungsversuche von vermögenderen Personen, obwohl das vielleicht eine böse Unterstellung ist, aber ein Wohnungsinserat war z.B. am gleichen Tag, als es veröffentlicht wurde, schon wieder weg.

Wie bereits erwähnt sieht es auch im Zürcher Oberland (wo ich gerne wieder wohnen würde) nicht besser aus, auch dort gehen die Leute bei einem Besichtigungstermin rein und raus, mind. immer 20 bis 50. Im Juni 2011 ging ich wieder einmal eine Wohnung besichtigen, dieses mal sogar ein wenig eine grössere und teurere (1'000.- Mietzins). Dort (in diesem Fall in Uster) gab es eine Besichtigungsmöglichkeit für 15 min, als ich nach ca. 7 min! eingetroffen war, sagte mir die aktuelle Mieterin es seien bereits sehr viele Interessenten vor Ort gewesen - so viele, dass sie sie gar nicht mehr zählen konnte und sämtliche Formulare seien auch schon weg. Es wird also eigentlich so wie ich es sehe immer schlimmer statt besser.

2015 war ich nun wieder mal seit längerem eine Wohnung besichtigen, da ich jetzt auch wirklich muss. Wollen tue ich dies ja schon lange, eigentlich seit dem Umzug von Zürich nach Adliswil, wo ich nun seit bald 10 Jahren lebe. In Zürich hatte ich eine schöne, tolle 2-Zimmerwohnung, wo ich bereits über fünf Jahre darin gelebt habe, aber der Mietzins von Fr. 1'200.- war für das Sozialamt zu hoch, obwohl ich später wieder einen Job fand, musste ich kurzfristig dort weg. Da ich ja schon in der Zeitung online gelesen habe, dass sich die Situation nicht geändert hat, war ich nicht überrascht, als ich im Juli 2015 in Dietikon eine 2-Zimmerwohnung für unter Fr. 1'000.- besichtigen war. Es liefen mir schon Leute entgegen. Ich war ca. 15 min nach Besichtigungsbeginn dort (der Bus wartete nicht den Anschluss ab), keines der 10 Anmeldeformulare war mehr dort und es waren bereits 60-70 Personen vor mir dort gewesen wie der aktuelle Mieter mir freundlich mitteilte. Es ging aber nochmals ca. 15 min und auch als ich ging kamen mir weitere entgegen. Dies war nur der erste von zwei möglichen halbstündigen Besichtigungsterminen, die im Inserat angegeben waren.

So verleidet einem die Wohnungssuche wirklich und ich habe mich auf diese Wohnung in Dietikon gar nicht beworben - sicherlich kamen fast 200 insgesamt. So wie ich oft aus den Inseraten entnehme, werden vor allem Mieter mit einem Job erwünscht und ich sehe meine Chance (aktuell als IV-Renter als eigentlich sehr gering - obwohl das Einkommen ja gesichert ist und ich auch für eine Kaution gespart habe). Es gab auch schon Inserate, wo nur weibliche Bewerberinnen mit Job erwünscht waren, Rauchen auf dem Balkon darf man nicht (bzw. Raucher sein), aber man sollte mit den anderen Fleisch über dem gemeinsamen Grill braten und die ganze Nachbarschaft inkl. Veganer einräuchern, etc. es gibt wohl nichts, was es nicht gibt in diesen privaten Wohnungsinseraten und ich habe mich schon oft geärgert.

Von März bis Juli 2015 gab es ständig 4-8 Wohnungsinserate aus der Stadt Zürich (gesehen auf alle-immobilien.ch - betroffen waren homegate.ch, aber auch andere wie immostreet.ch), also nicht, dass ich unbedingt wieder in die Stadt Zürich will, aber sie fielen auf, weil sie meist genau mit Fr. 1'000.- Bruttomietzins angegeben waren. Es waren durchwegs schöne/luxuriöse möblierte Wohnungen und die Inserate waren jeweils nach wenigen Stunden von den jeweiligen Immobilien-Plattformen verschwunden - also wahrscheinlich Fakes (Falschinserate), aber so viele, das war schon sehr sonderbar. Vielleicht handelte es sich um solche Gaunertricks mit Wohnungsinseraten. Seit August gab es keine solchen Inserate mehr. Eigentlich kann ich mir auf Dauer gar keine von fremden möblierte Wohnung für mich vorstellen, obwohl ich während der Lehre und auch in einer solchen gelebt habe - ausser vielleicht im Notfall. Warum ich eigentlich auch gar nicht mehr in der Stadt Zürich wohnen möchte? War das die Wohnungsmafia?

Natürlich muss man auch einen Betreibungsregisterauszug der Wohnungsbewerbung beilegen und bei mir hat es dort noch einen ungerechten Eintrag. Ich habe mich Anfangs 2004 in der Stadt Zürich zuerst beim Bezirksgericht und danach beim Obergericht gewehrt, als ich zum ersten Mal ausgesteuert wurde. Insgesamt vier Arbeitsklagen habe ich eingereicht und diese auch weiter gezogen, da es keine Gerechtigkeit gab. Über den Inhalt will ich hier gar nicht schreiben, nur diejenigen warnen, die dies lesen, dass dort keine Gerechtigkeit zu erwarten ist (obwohl fehlerhafte Arbeitszeugnisse tatsächlich noch angepasst werden mussten von den Vermittlern und Arbeitgebern, welche teilweise unter Eid vor Gericht gelogen haben). Das einzige was man davon hat sind sehr hohe Kosten (Schreibgebühren) - ich rate jedem davon ab - und in meinem Fall nun eben seit Jahren den Eintrag im Betreibungsregisterauszug, da mein Gerechtigkeitssinn eine Bezahlung dieser Kosten nicht zulässt, auch wenn ich das Geld dafür hätte (ich teilte dem Bezirks- und Obergericht auch mit, dass ich eben ausgesteuert wurde und eine kostenlose Prozessführung beantrage, was einfach ignoriert wurde). So ein Eintrag ist auch nicht wirklich hilfreich bei der Wohnungssuche, bzw. eine Wohnung zu erhalten, da hilft auch ein leerer Strafregisterauszug nichts, den man gem. diesem Zeitungsartikel auch beilegen solle, um die Chancen zu erhöhen.


Verwaltungen, Schlichtungsbehörden und sonstiger Ärger mit der Wohnungssuche/Wohnungsmiete:

Die Verwaltungen kümmern sich aus meiner Erfahrung zum Teil gar nicht korrekt um die Liegenschaften, kassieren aber fleissig einen Teil der Miete ein. Meine aktuelle ignoriert mich zum Beispiel ständig, wenn ich konkrete Mängel aufzeige, welche behoben werden müssten, welche zum Teil das ganze Haus betreffen und bezeichnet diese vorhandenen Mängel auch noch als meine Wünsche. Ich musste von 2009 bis 2011 innerhalb von drei Jahren bereits zwei Mal zur Schlichtungsbehörde des Bezirkes, um zu erreichen, dass die Mängel behoben werden, wonach man dann einige tatsächlich beheben liess – auch die Miete wurde danach ein wenig gesenkt, jedoch jeweils erst ein halbes Jahr später. Die Mieten senken würden diese Verwaltungen auch nie von sich aus, obwohl sogar im TV und Internet öffentlich darüber gesprochen wird, dass nun die Mieten gesenkt werden sollten und wie in meinem Fall ich mich sogar bei der Verwaltung vergebens darum bemüht habe. Evtl. müsste man die Vermieter gesetzlich dazu verpflichten? Bei einem Mietanstieg infolge gestiegenem Referenzzinssatz/Teuerung haben diese ja auch keine Mühe dies sofort umzusetzen.

2015 musste ich nun erneut wegen diversen Mängeln, jahrelangem Lärm, etc., Kündigung per Ende September 2015 (da Vermieter Eigenbedarf habe und in diese Wohnung einziehen will, womit er ja eine Miete verliert und darum der Grund mir unlogisch erscheint, aber angeblich wirklich stimmt) und Mietzinssenkungsbegehren zur Schlichtungsbehörde, da mich die insgesamt vierte für dieses Haus zuständige Verwaltung seit April 2006 (unglaublich) ständig ignorierte, nicht zu allen Mängeln Stellung nehmen wollte und auch lange Zeit den Kündigungsgrund nicht mitteilen wollte. Es lief eigentlich nicht wie erwartet bei der Schlichtungsbehörde und die Verwaltung, bzw. der Vermieter muss eigentlich gar nichts wegen den Mängeln unternehmen (die seit Jahren nur zu ca. 10% warmen Heizungskörper werden nun endlich "überprüft", die zahlreichen restlichen bleiben bestehen) und die nicht mehr anfechtbare Kündigung bleibt ebenfalls bestehen, jedoch erst per Ende September 2017. Der Mietzins wurde jedoch erneut gesenkt - zwischenzeitlich wurde er von zu Beginn 840 Franken im April 2006 auf weit über 900 Franken angehoben und durch die drei Schlichtungsverhandlungen seit 2009 nun wieder bis auf 843 Franken gesenkt. Die Mitzinssenkung erfolgte jedoch nicht wegen den Mängeln, Lärmemissionen, etc., sondern immer nur wegen dem gesunkenen Referenzzinssatz.

Worüber ich mich schon oft geärgert habe bei der Wohnungssuche, ist, dass es Anbieter gibt (z.B. diese Immobilienfirma) - (ein anderes Beispiel ist diese Firma), welche zusätzlich Geld für die Vermittlung verlangt auch für relativ günstige Wohnungen und damit ärmere Leute benachteiligt. Das zweite Beispiel ist eigentlich schlimmer, aber in der Menge waren es wohl mehr Fälle von der ersten Firma. Falls ein Mietvertrag zustande käme würde einem eine einmalige "Vermittlungsgebühr" von 25-75% einer Monatsmiete zuzüglich Mehrwertsteuer verrechnet. Für was genau? Um solche Wohnungen habe ich mich aus Prinzip (weil unsozial) nicht bemüht und werde dies auch in Zukunft nicht tun.

Dazu käme dann noch evtl. eine Kaution von einigen Monatsmieten und somit ist wieder eine ganze Gruppe, welche sich vielleicht nicht einmal die Kaution leisten kann ausgeschlossen. Es gibt jedoch spezielle Kautions-Kredite, wo dann aber Zinsen für die fälligen Jahresraten anfallen – also aus meiner Sicht auch wieder eine unsoziale Lösung. Viel mehr müsste man bei mittellosen Personen auf die Kaution von Seite des Vermittlers (Verwaltung) vollständig verzichten. Im 2012 sah ich z.B. ein Inserat (sogar von einer gemeinnützigen Bau- und Siedlungsgenossenschaft) wo drei Monatsmieten als Kaution verlangt wurden und explizit eine Finanzierung dieser via swisscaution nicht als erwünscht angegeben wurde. Im 09/2015 verlangte ebenfalls eine solche Baugenossenschaft ein Anteilscheinkapital von Fr. 4'600.- für eine kleine kinderfreundliche 1,5 Zimmerwohnung in Zürich (also mehr als drei Monatsmieten - die Miete ist unter Fr. 1'000.-). Gibt es tatsächlich Leute die mit Kind in einer kleinen 1,5 Zimmerwohnung leben (evtl. alleinerziehend), oder warum stand im Inserat kinderfreundlich und diese können sich mal ebenso einen solch hohen Anteilschein leisten - werden dann solche mit Kindern bevorzugt für solche Wohnungen?

Ohne "Stress" zügeln ist heutzutage auch kaum mehr möglich, wenn man sich einmal durchsetzen konnte und eine Wohnung erhält, da praktisch alle verfügbaren Wohnungen für den Bezug innerhalb eines Monates ausgeschrieben sind. Fristgerecht mit dreimonatiger Kündigungsfrist kündigen ist so eigentlich unmöglich, weil man eben keine Wohnung für den Bezug ab dem vierten Monat findet. So bleibt oft nur die Möglichkeit ausserterminlich zu künden und einen Nachmieter zu suchen und gestresst den ganzen Umzug und alles was dazu gehört zu organisieren/erledigen.


Weitere Gedanken zum Wohnungsmarkt:

Traum der reichen Elite - und nun stellen wir uns kurz vor, 8 Milliarden Menschen und fast genau so viele Häuschen (gute Nacht) bye bye Planet ErdeIch versuchte natürlich mir diesen Zustand irgendwie selbst zu erklären. Ich denke das Problem ist folgendes. Es muss etwas mit den politischen Parteien zu tun haben, welche zum Teil extrem rechts und andere links politisieren und wenn überhaupt nur für ihre Wähler schauen, statt zusammen für alle Menschen, die in diesem Land leben. So kam wohl die heutige Situation zu Stande, dass die Bevölkerung in der Schweiz - insbesondere durch Zuwanderung - stetig steigt, was aber nicht schlecht ist, da der Kapitalismus ja ständig nach einem Wirtschafts-Wachstum verlangt - das es dies für immer geben wird ist wohl eine Utopie (nur schon wegen der Automatisierung - so wurde z.B. auch mein Lehrstellenjob durch Automaten ersetzt). Das Problem ist offenbar, dass die reichen Menschen und dies sind meist solche aus sogenannten Bürgerlichen Parteien (obwohl eigentlich auch die anderen Bürger sind), welche eigentlich auch Zuwanderung wollen, aber nur ganz bestimmte (Spitzenarbeitskräfte holen und ansonsten Grenze zu machen), nicht einsehen wollen, dass auch viele “andere” Menschen hierher gekommen sind und eben bezahlbare Wohnungen benötigen. Bei dem generieren von Jobs fragen diese ja auch ständig, wer denn hier die Jobs generiere (wir die Bürgerlichen), also haben diese das Vermögen und die anderen können dies kaum oder gar nicht, weil sie zu wenig davon haben. rotierende Wolkenkratzer in Dubai (Luxuswohnungen, 2010)Genau dasselbe scheint mir auch beim Wohnungsbau der Fall zu sein, auch wenn viele Neubauten wohl blockiert werden, da die Grünfläche stetig abnimmt in der Schweiz. Welche Art von Häuser bräuchte es, damit Platz und Grünfläche gespart werden könnte? Aus meiner Sicht müsste mehr in die Höhe gebaut werden in der Schweiz – wenn ich mir z.B. andere Grossstädte anschaue, dann ist ja offensichtlich, dass wir kaum Hochhäuser haben. Ich hoffe sehr, dass sich das bald ändern wird – gebaut wird ja viel, Einfamilienhäuser, etc. aber eben zu wenig bezahlbare Wohnungen oder gar Sozialwohnungen für die Unterschicht - die auch hier lebt. Eigentlich könnte dies auch der Staat oder dann eben diese, welche immer indirekt sagen, wir haben ja das Vermögen ihr nicht – da sind aus meiner Sicht die Verantwortlichen für diesen Zustand.

Weiter ist es für mich unlogisch (gibt es einen Grund dafür?), dass die Lebenserhaltungskosten in der Schweiz fast überall gleich hoch sind?, aber die Mieten z.T. so massiv unterschiedlich hoch sind (oft sogar im gleichen Kanton für Wohnungen, die räumlich, etc. das gleiche bieten). So profitieren einige wenige, die trotzdem höhere Löhne in anderen Kantonen bekommen und gleichzeitig günstig in ihrem Kanton leben. Ich erwähne dies, weil dies – die Lohnhöhe - wohl auch ein Grund ist? Ich dachte in diesem Beispiel an grössere Städte im Kanton Aargau und im Kanton Zürich, wo die Mieten für ähnliche Objekte z.T. massiv unterschiedliche Preise haben. Einen anderen Grund kann ich mir nicht vorstellen, weil ja die Lebenserhaltungskosten gleich hoch zu sein scheinen. Mittlerweile gibt es aber auch im Kanton Aargau kaum noch günstigen Wohnraum oder dann stimmt zwar der Preis, bzw. ist sehr günstig, aber die Wohnung ist zu gross - man kann ihn einer 2,5 Zimmerwohnung auch zu zweit wohnen, evtl. sogar mit Kind - da bewerbe ich mich als Einzelperson schon gar nicht dafür.

Ein eher heikler Punkt – da man mich hier missverstehen könnte – ist, dass bekannterweise immer mehr Frauen lieber eine eigene Wohnung haben wollen, wenn sie genug Geld verdienen, was auch völlig in Ordnung ist. Jedoch auch hier - genau wie bei den Jobs - ignoriert man aus meiner Sicht, dass es so mehr Wohnungen für die Mittel- und Unterschicht wie eben auch mehr Jobs bräuchte als wie noch zu früheren Zeiten. Damals gab es wohl viel weniger Singles und die Frauen blieben noch vermehrt zu Hause oder anders gesagt – wohl die Mehrheit der heutigen jungen Damen wollen zuerst Karriere machen und keine Beziehung bzw. keine Kinder. Meine Mutter hatte z.B. ihr erstes Kind mit 19, danach mit 21 das zweite, so konnte sie sich erst später um die Karriere kümmern und um zurück auf den Wohnungsmarkt zu kommen, hatte sie so nie eine eigene Wohnung.

Ich sehe auch einen Zusammenhang mit Zweitwohnungen (Ferienwohnungen, etc.), welche z.B. auch als Büro genutzt werden (obwohl viele Büroräume leer stehen), oder “Paare” die jahrelang zusammen sind - aber einfach nicht zusammen leben wollen und immer älter werdende Menschen, die so lange wie möglich unabhängig in ihrer eigenen Wohnung leben wollen. In diesem Haus hier gibt es z.B. eine Person, die ist scheinbar nur kurz ein paar Tage pro Jahr hier - wieso auch immer - und es ist auch eine günstige 1,5 Zimmerwohnung (dies läuft seit Jahren so). So gibt es natürlich auch nicht mehr freie Wohnungen. Dies lässt sich wohl nicht lösen, ausser die Verwaltungen berücksichtigen im Falle von Zweitwohnungen zuerst solche, welche noch keine Wohnung haben und evtl. auch sogar zuerst solche, welche schon lange auf Wohnungssuche sind, egal welchen “Status” diese haben? Auch, dass es Menschen gibt, die wegen Schulden und evtl. wegen Abhängigkeit von Sozialhilfe, IV und evtl. AHV keine Wohnung bekommen ist nicht in Ordnung, also bräuchte es nur schon wegen diesen Gruppen mehr günstige (Sozial-)Wohnungen - speziell für diese. Siehe auch: Resultat der Zweitwohnungsinitiative?: Am 11. März 2012 stimmte die schweizer Bevölkerung der Initiative «Schluss mit dem uferlosen Bau von Zweitwohnungen» zu – mit einer knappen Ja-Mehrheit von 28'451 Stimmen. Seither arbeiten Bundesrat und Parlament an einer Verwässerung der Initiative, wie das in dieser Dimension noch kaum je vorgekommen ist. «Es ist, als hätten wir gar nie über die Initiative abgestimmt», sagt Brigit Wyss, Projektleiterin beim Initiativkomitee der Fondation Franz Weber (Februar 2015) - Wohnungsnot: Das Geschäft mit Fremdgehzimmern boomt - Seitensprung zum Zmittag (Blick, 2014) - Multilokales Wohnen: Ein Viertel der Schweizer hat mehrere Wohnadressen (SwissInfo, 2015)


Beiträge und News aus dem Internet zum Thema Wohnungsnot (2011 - 2015):

2011 und 2012: Die Leerstandquote betrug 2011 nur 0,06 Prozent - praktisch alle Wohnungen waren besetzt (Stadt Zürich) - Sozialwohnungen in Hochhäusern (Tagesanzeiger, 2011)Zürcher Kantonsrat will günstigen Wohnungsbau fördern (fachkom.ch, 2011) - Zürich: Auf Schweizer Käufer dürften diese Wohnungen lange warten (Tagesanzeiger, 2011) - Mieter raus, Asylanten rein, Raus aus dem ehrenwerten Haus (Blick, 2011) - Wohnungsnot: Der Wald soll weichen? (20min, 2011) - Zeit die Zersiedelung zu stoppen (Naturschutz.ch, 2012)Luxuswohnungen in Zürich bleiben leer (Blick, 2012) - Zürich: Die Agglo wird zum Ghetto (20min, 2012) - Rezept gegen Wohnungsnot in Genf: Wer keine Wohnungen baut, kriegt keine Büros (Swissinfo, 2012) - Wohnungsnot: Stadt Zürich setzt auf Reden statt auf Regeln (Tagesanzeiger, 2012) - Wohnungsnot in Deutschland: ein Versäumnis der Bundespolitik (Bürgerstimme.com, 2012) - Kündigung für Schweizer Mieter - In dieses Haus sollen nur noch Asylbewerber (Blick, 2012) - UNO empfiehlt vertikalen Bau statt Flächenausdehnung von urbanen Zentren (Telepolis.de, 2012) - "Unverschämt" Mieten in der Schweiz steigen trotz sinkendem Zins (Blick, 2012) - Wenn die Gemeinde zur Hausbesetzerin wird (Tagesanzeiger, 2012) - Villensterben ist (k)ein Problem (Tagesanzeiger, 2012) - Zürich: Wohnungsnot zieht westwärts (Tagesanzeiger, 2012) - Verzweiflungstat entschärft Wohnungsnot der Studenten (Tagesanzeiger, 2012) - 440 neue Genossenschaftswohnungen in Schwamendingen - oder doch nur 219? (Tagesanzeiger, 2012) - Wohnungsnot, Gentrifizierung und Luxussanierungen sind Schlagworte, die in letzter Zeit Hochkonjunktur haben (BasellandschaftlicheZeitung, 2012) - Rekord im Zürcher Wohnungsbau! - aber keine günstigen Wohnungen, nur grosse für reichen Mittelstand und Villen? (Tagesanzeiger, 2012) - Hausbesitzer wollen verhindern, dass man zu viel über die Vormiete weiss (Tagesanzeiger, 2012) - Eine 4½-Zimmer-Wohnung für 29'000 Franken pro Monat (Tagesanzeiger, 2012) - Die fiesen Tricks der Vermieter (20min, 2012) - Obdachlos mit 81 Jahren - Das Problem ist aber, dass ich keine neue Wohnung finden kann (Blick, 2012)

2013 und 2014: Keinen Bock, die Bude zu räumen (Tagesanzeiger, 2013) - Bauherren sollen günstigen Wohnraum garantieren müssen (Tagesanzeiger, 2013) - Wohnungsnot: Bezugstermine innert weniger Tage nach Ausschreibung sind keine Seltenheit (Tagesanzeiger, 2013) - Luxuswohnungen in der Schweiz stehen leer (finews.ch, 2013) - 200 Anfragen innert weniger Stunden (Tagesanzeiger, 2013) - Allein glücklich: Schlange stehen für die Single-Wohnung - Schweizer Singles mischen Immo-Markt auf (20min, 2013) - Beim HB Zürich entstehen günstige Wohnungen? (20min, 2013) - Wenn Zweckentfremdung belohnt wird (Telepolis.de, 2013) - Mieten wird nochmals günstiger - So kommen Sie jetzt zu Ihrer Mietzinsreduktion? (Blick, 2013) - Drama Wohnungssuche in Zürich: Schlange, der Verzweifelten (Tagesanzeiger, 2013) - Demonstration: Zürich gehört uns allen! (Tagesanzeiger, 2013) - Studie offenbart die Zürcher Wohnungsnot - Gemeinden wollen nur Reiche (Blick, 2013) - Wenn Mieter die Wohnung wechseln, nutzen dies viele Eigentümer schamlos aus (Blick, 2013) - Zürich: "Programm Wohnen" kommt in Fahrt (Tagesanzeiger, 2013) - Bundesrat informiert: Zins des Vormieters soll deklariert werden (20min, 2014) - Zürich: Teure Mietwohnungen stehen zunehmend leer (bauwelt.ch, 2014) - Mehr als 1'000 Bewerber für die ersten 60 Wohnungen (Tagesanzeiger, 2014) - SVP gegen mehr bezahlbaren Wohnraum (Tagesanzeiger, 2014) - Anstieg: 45'748 Wohnungen in der Schweiz stehen leer, aber in welchem Preissegment? (20min, 2014) - Das sind die Bunker-Studis der ETH Zürich (20min, 2014) - Objektunterstützung: Massnahmen gegen Millionäre in schweizer Sozialwohnungen (NZZ, 2014) - In der Stadt Zürich stehen immer mehr teure Mietwohnungen leer (Tagesanzeiger, 2014) - Wer bei der Stadt wohnt, kommt unter Beobachtung - Stadt geht von 1'300 unterbelegten städtischen Wohnungen aus (Tagesanzeiger, 2014)

2015: Wolkenkratzer-Boom in China Höher, immer höher (WiWo.de, 2015) - Zürich: Wer kann sich das leisten? (Westnetz.ch, 2015) - Wie viel Dorf verträgt die Schweiz? (20min, 2015) - Mieterverband nervt sich - Schneider-Ammanns Dialog bringt nichts (Blick, 2015) - Basel: Die Krux mit den Luxuswohnungen (BaslerZeitung, 2015) - Landschaft des Jahres 2015: Innerrhoder Streusiedlung? (Naturschutz.ch, 2015) - Ein erster Erfolg für mehr bezahlbaren Wohnraum (SP, 2015) - Zürich: Nur wer 50 Franken zahlt, kann Wohnung besichtigen (20min, 2015) - Kanton Bern will Asylsuchende in Zelten unterbringen - es gebe zu wenig rasch verfügbare und günstige Privatwohnungen für die Umplatzierung der seit längerer Zeit in einer Kollektivunterkunft lebenden Personen (Blick, 2015) - Spiez: SP-Initiative für bezahlbares Wohnen dürfte zustande kommen (BernerOberländer, 2015) - Dichtere und grünere Siedlungen - ein Widerspruch in sich? (SRF, 2015) - Die Mehrheit der Mieter bezahlt zu viel (SRF, 2015) - Unterbringung von Flüchtlingen - Grenzen des sozialen Wohnungsbaus in Deutschland? (Faz, 2015).


Unterschriftensammlung und Ergebnisse von kantonalen- und eidgenössischen Volksinitiativen:

- Volksinitiative für mehr bezahlbaren Wohnraum im Kanton Zürich der SP (Tagesanzeiger, 2011) -> Ergebnis im Juli 2015: Allen Gemeinden im Kanton Zürich wird die Möglichkeit gegeben, kommunale Fonds zu schaffen, mit denen preisgünstige Mietwohnungen gebaut oder gekauft werden können.

- Zahlbare Mieten für alle - Eidgenössische Volksinitiative «Mehr bezahlbare Wohnungen» (vom Schweizer Mieterverband - Unterschriftensammlung läuft seit ca. August 2015) und für die gleiche Initiative "Mehr bezahlbare Wohnungen – Eidgenössische Volksinitiative" sammeln auch die Grünen und die SP Unterschriften.

Es geht wohl vor allem um bezahlbare Familienwohnungen aber auch für Einzelpersonen, jedoch habe ich so das Gefühl, dass diese "weniger wichtig" sind und für diese alleine würden wahrscheinlich gar keine Unterschriften gesammelt. Oder täuscht mich das Gefühl - es heisst ja eigentlich "zahlbare Mieten für alle"?

- Alle-Immobilien.ch (sammelt Wohnungsinserate schweizweit und stellt sie übersichtlich zur Verfügung - ob von allen Anbietern ist nicht ersichtlich)

Mir sind durch Recherche noch folgende Webseiten bekannt, wo man Wohnungen finden kann: Newhome.ch (kostenlos inserieren) - Homegate.ch - Anzeiger.ch - Immo.search.ch - Immoclick.ch - Immobilien.ch und ImmoScout24.ch - Immostreet.ch - Wohnsuche.ch (Vorzeitig günstige Wohnungen erhalten?) - Wohnungen–Immobilien.ch - Gratis-Inserate.ch - Nachmieter.ch - tutti.ch - weitere Wohnungssuchseiten von treffer.ch

- Wohnbaugenossenschaften im Kanton Zürich (Wie ich festgestellt habe sind wohl alle Wohnungen belegt und es gibt Wartelisten - Stand September 2015)

Siehe auch:

Wohnungssuche: Wer richtig sucht - der findet? (Beobachter.ch), Vorzeitige Rückgabe / Nachmieter (OR 264 - unscharf, unklar, unverständlich?)

Nachverdichtung (Städtebau, Wikipedia) - Wo es in der Schweiz noch Platz hat (Tagesanzeiger, 2015)

Gentrifizierung (Wikipedia), Medienmitteilungen über Bau- und Wohnungswesen (Bundesamt für Statistik)